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Kinorhino

Neo-Noir, das wehtut

Sechs Filme, die die Regeln des Film Noir übernehmen und den Zynismus durch etwas Schlimmeres ersetzen: Aufrichtigkeit.

6 Filme

Film Noir war ein Genre der Nachkriegszeit: Männer kamen zurück, fanden ihre Städte verändert vor und misstrauten allem. Der Detektiv war die letzte funktionierende Instanz — abgebrüht, aber im Kern anständig.

Neo-Noir behält die Bildsprache und wirft die Anständigkeit weg. Was bleibt, sind Filme, in denen das Ermitteln selbst zum Problem wird. Wer hier den Fall löst, hat meistens etwas kaputt gemacht, das besser ungelöst geblieben wäre.

Die Auswahl ist keine Bestenliste. Es sind die sechs, bei denen dieser Umschlag am deutlichsten passiert.

  1. Filmplakat: Chinatown

    Chinatown1974

    Roman Polanski · USA · 131 Min.

    Der Film, an dem sich alle anderen messen. Der Detektiv löst den Fall und macht damit alles schlimmer — ein Ende, das Robert Towne nie wollte und Polanski durchgesetzt hat.

  2. Filmplakat: Angel Heart

    Angel Heart1987

    Alan Parker · Großbritannien, USA · 113 Min.

    Nimmt die Struktur des Detektivfilms und biegt sie zum Höllentrip. Siehe die ausführliche Kritik.

  3. Filmplakat: Zodiac - Die Spur des Killers

    Zodiac - Die Spur des Killers2007

    David Fincher · USA · 157 Min.

    Der Fall, der nie gelöst wird. Fincher lässt die Ermittler an der Menge der Akten zerbrechen, nicht am Täter.

  4. Filmplakat: Sieben

    Sieben1995

    David Fincher · USA · 127 Min.

    Der Ermittler als Zuschauer seiner eigenen Ohnmacht. Fincher lässt die Stadt nie trocken werden.

  5. Filmplakat: L.A. Confidential

    L.A. Confidential1997

    Curtis Hanson · USA · 137 Min.

    Drei Cops, ein Fall, drei Wahrheiten. Das Drehbuch weiß mehr als alle drei zusammen.

  6. Filmplakat: Blood Simple - Eine mörderische Nacht

    Blood Simple - Eine mörderische Nacht1985

    Joel Coen · USA · 95 Min.

    Die kälteste Variante: Jeder handelt nach unvollständigem Wissen, und genau daran gehen alle zugrunde.